Oktober 2014 archive

Boulderhose aus Biobaumwolle von CMIG

Boulderhose CMIG

In Germany, we call it a klassiker“. Was Franz Beckerbauer zum Fußballländerspiel zwischen Deutschland und England bemerkte, passt zu den handgenähten Nicki-Hosen des Labels Cmig wie die sprichwörtliche „Faust auf’s Auge“. Denn auf der Online-Plattform DaWanda werden die bequemen Allrounder-Hosen schon seit geraumer Zeit unter diesem Prädikat geführt.

Seit 2003 gibt es die Manufaktur Cmig aus Schweden/Malmö, ein Familienbetrieb mit zwischenzeitlich eigenem Atelier in Hannover. Die Inhaber, Charlotte und Christoph Wust, bieten hochwertige individuelle Mode unter ökologischen Produktionsbedingungen. Der Name Cmig [se:mej] ist ein schwedisches Wortspiel und bedeutet so viel wie „Sieh mich“. Und in der Tat sind die Produkte ein „Hingucker“, weil Charlotte und Christoph die Naturerlebnisse ihrer Heimat und sagenumwobene Phantasiegeschichten mit ihren Fabelwesen kunstvoll auf ihrer Kollektion arrangieren und zum Leben erFranzi Fuchswecken. Das Produktportfolio erstreckt sich über handgebedruckte Tops, Strampler, Shirts, Longshirts, Mützen und Bodies bis hin zu Taschen, immer versehen mit außergewöhnlichen Illustrationen, von denen einige bereits als „Duchs“, „Franzi Fuchs“ und „Schnigel“ unter den Kunden Kultstatus erlangen konnten.

Die bei der Zielgruppe, vornehmlich Damen und Kinder, beliebte Nickihose wurde bereits mehrere tausend Mal verkauft. Durch ein vielfältiges Farbangebot sind Individualisierungen jederzeit möglich. Sondergrößen sind erhältlich und selbst ein Herrenmodell ist auf Anfrage beziehbar. Die im Design und in der Passform außergewöhnliche Hose macht laut Hersteller „faaaaaaaast alles mit“ und wird als „Wohlfühlhose“ für Zuhause, aber auch zum Yoga sowie für sportliche Aktivitäten, wie z. B. Jogging und Tanzen, angepriesen.

Auf der Suche nacBoulderHoseh einer besonderen Boulderhose sind wir bei DaWanda zufällig auf die Angebote von Cmig gestoßen. Die einzigartige, handgenähte Hose aus Nickistoff fiel dabei sofort auf und wir stellten uns die Frage, ob neben Jogging und Tanzen mit dieser Hose nicht vielleicht auch Klettern möglich ist. Das Ergebnis hat uns überzeugt. Die Nickihose trägt sich äußerst bequem. Besonders gefallen kann der enge Fußabschluss mit farblich abgesetztem breitem Hosenbund. Die Kletterschuhe bleiben somit jederzeit frei, da die Hose – auch bei schwierigsten Griff- und Haltetechniken oder Kletterrouten – nicht verrutschen kann. Der elastische Hosenbund passt sich wunderbar an und zwickt nirgends. Der Stoff ist anschmiegsam und löst sofort ein Gefühl von Behaglichkeit aus. Dabei mangelt es der Nicki-Hose keineswegs an Robustheit. Nach einem vierwöchigen Belastungstest an verschiedenen Bouldern mit differenzierten Anforderungsprofilen zur Beinarbeit, konnten wir keine nennenswerten Abnutzungserscheinungen feststellen.

Im Ergebnis eignet sich diese einzigartige Hose unserer Meinung nach nahezu perfekt zum Bouldern. Hierfür wäre an der Hose noch ein „Zahnbürstenhalter“ wünschenswert, der sich aber sicherlich aufgrund der Individualisierungsmöglichkeiten der wertvollen Handarbeit, realisieren lassen dürfte. Insoweit bietet die Nickihose unzählige Einsatzmöglichkeiten für fast jede Altersgruppe, vom Kleinkind bis zum Rentner. Aber auch für jedwede Form der Betätigung, sowohl für den Sportler als auch für die „Couch-Kartoffel“. Und – sie ist ein echtes Unikat!

CLIFF 15 von Millet

Cliff-Anne

Klein, aber oho! Diesen Eindruck hinterließ das aktuelle Rucksackmodell „Cliff 15“ aus dem Hause Millet bei uns. Im schwarz-grünen „Millet Roc Session Style“ wirkt der Kleine genauso angriffslustig wie die Großen.

Auf der Suche nach einem funktionalen Daypack speziell für die Kletterhalle, haben wir uns für das derzeit kleinste Modell des französischen Bergsportausstatters entschieden. Mit einer Rückenlänge von 47cm und einem Leergewicht von 560g hat der Rucksack angenehme Dimensionen. Der ergonomische Expert Back Rücken aus Mesh 3D (sechs Rückenpads in Schildkrötenpanzer-Manier, kein einheitlich durchgängiges Rückenpolster) schmiegt sich bequem an die Anatomie des Trägers an und sorgt aufgrund der einzelnen Rückenpads für ein angenehmes Klima.cliff15

Ein Hauptfach mit gegenläufigem Reißverschluss bietet Platz für Chalkbag, Gurt und Bandschlingen. Darin befindet sich ein Einschubfach, das Dokumente, Topos und Aufzeichnungen sicher verstaut. Ebenfalls – und das erwies sich bei uns als sehr praktisch – ist im Inneren ein Netzfach integriert, das sich perfekt zum Verstauen von Tape und dem Sicherungsgerät eignet. Ein weiteres Reißverschlussfach befindet sich an der Frontseite. Je nach Gepäckdichte im Hauptfach ist dieses jedoch nur beschränkt nutzbar. Geldbeutel und Smartphone sollten jedoch immer Platz finden. Alle Reißverschlusszipper sind mit griffigen Verlängerungsstücken ausgestattet, die selbst besonders zittrigen, mit Chalk und Tape bearbeiteten Händen entgegen kommen. An dem vorne angebrachten Daisy Chain können mittels Karabiner Kletterschuhe und Trinkflasche befestigt werden. An den Seiten befinden sich Netztaschen für weiteren Kleinkram. Die Gummischlaufe mit Kordel – laut Hersteller eine Halterung für Stöcke und Eispickel – nutzten wir als Kleiderhaken für die Aufwärmjacke.

15l Fassungsvermögen sind für die Halle in Ordnung, für einen Tagesausflug an den Fels jedoch etwas zu knapp bemessen. Hat man die nötigsten Ausrüstungsgegenstände eingepackt, ist der kleine Cliff ziemlich beansprucht. Sehr gut hat uns neben den kletterspezifischen Gimmicks wie den verlängerten Reißverschlusszippern und dem Daisy Chain auch der schmale Hüftgurt, der zusätzliches Gewicht von den Schultern nimmt, gefallen. Gerade im Daypack-Bereich nicht unbedingt Standard.

Alles in allem wurde die Aufteilung mit (Kletter)Köpfchen gewählt, sodass langes Suchen erspart bleibt. In den Punkten Zugriff und Übersichtlichkeit erfüllt der Cliff 15 alle unsere Erwartungen. Wer regelmäßig auch im Freien klettert, sollte sich jedoch mit den größeren Cliff-Sprösslingen beschäftigen.

29knots – Armbänder für Outdoorsportler

29knots Armband

29knots sind im Seemannsjargon 14,9188885 m/s … oder der Name eines Labels, das sich mit Materialien aus dem Segelsport beschäftigt. Die kleine Manufaktur aus Leipzig fertigt in Handarbeit Armbänder aus modernen Seilen und geschweißten Metallschäkeln, wie sie auch im nautischen Bereich eingesetzt werden.

Seit 2013 entweEarhart und Pughrfen und produzieren die beiden leidenschaftlichen Segler Ariane Bioly und Marcel Schäfer den maritimen Armschmuck mit Wiedererkennungswert. Derzeit reicht die Produktpalette von Double (zwei parallele Seile) über Twist (Seile sind verdreht) bis zum Kreuzknoten Knot. Auch farblich ist für jeden etwas dabei. Aktuell hat das Unternehmen 32 verschiedene Modelle im Onlineshop gelistet. Die 29knots Armbänder sind keineswegs ausschließlich Seglern vorbehalten. Das sportliche Accessoire macht sich genauso gut am Arm von Outdoorsportlern. Oft finden wir im nautischen Bereich Knoten, die auch beim Klettern verwendet werden, wie beispielsweise der Achterknoten oder den Palstek. Die Aufmerksamkeit ist euch in jedem Fall sicher!

Die qualitativ hochwertigen und outdoorerprobten Bänder sind über den Onlineshop erhältlich und kosten je 19,50€. Über die Größentabelle kann die benötigte Länge des Armbands bestimmt werden. Aus eigenen Erfahrungen sollte man das Schmuckstück jedoch lieber einer Nummer größer wählen, um dem Armband etwas mehr Bewegungsfreiheit zu geben. Ansonsten kann es passieren, dass der Metallschäkel, der sich meist an der Unterseite des Handgelenks befindet, hässliche Kratzer auf Oberflächen hinterlässt. Alle 29knots Armbänder sind mit viel Liebe zum Detail hergestellt und gesundheitlich unbedenklich. Verpackt sind sie in reinem Recycling-Papier.

Galleriebild: © 29knots

KINTARO WOMEN’S von Boreal

Boreal Kintaro wms

Nachdem Sportklettern in den letzten Jahren in der Frauenwelt immer mehr Zulauf erfährt, werden mittlerweile auch Topmodelle speziell für die weibliche Fußanatomie angeboten. Auf der Outdoor 2011 launchte der spanische Bergsportspezialist Boreal das Spitzenmodell „Kintaro Women’s“, das seit November 2011 im Handel erhältlich ist. Auch knapp drei Jahre danach gehört das Modell noch zu den Topmodellen der Spanier.

Der Modellname (Kintaro ist eine japanische Sage, die von einem Jungen mit übernatürlichen Kräften handelt) verspricht bereits höchstes Niveau -„übernatürliche Kräfte“- bleibt abzuwarten, inwieweit der Schuh den dadurch aufkommenden Erwartungen gerecht wird.

Boreal Kintaro wms einzelAls Anwendungsbereich gibt der Hersteller Bouldern und Sportklettern im Überhang an, in dem sensibles und präzises Treten nötig ist. Auch soll sich dieses Modell speziell für fortgeschrittene Klettertechniken wie Hooken, Toehooken und weitere eignen. Alles in allem also ein technischer Kletterschuh, der anders als die meisten Schuhe dieser Kategorie, ein Velcro ist.

Der Designaufbau ist identisch mit dem Herrenmodell, unifarben, die Spitze ziert ein unauffälliges, schwarzes Boreal-Logo. Beide Modelle werden mit recht breiten Velcroverschlüssen geschlossen, die unabhängig voneinander ordentlich Halt geben und für eine gute Spannung sorgen. Während das Herrenmodell in Limonengrün mit gelben Verschlüssen hervorsticht, wird das Damenmodell im dezenten, femininen Violett mit fliederfarbenen Klettverschlüssen angeboten. Der Kintaro ist stark vorgeformt und kommt mit sehr asymmetrischen Leisten. Er wirkt auf den ersten Blick etwas klobig, was wohl vor allem an der 5mm dicken Zenith-Sohle liegt. Dabei handelt es sich um eine neuartige Gummimischung, deren Patent ausschließlich bei Boreal liegt. Am Fuß macht er jedoch eine sportliche Figur, sowohl die neuartige Fersenkonstruktion, die die vorher verwendete IRS Ferse ablöst, als auch die Spitze, wirken ausgefüllt um einiges schlanker. Trotz des ordentlichen Downturns haben die Schuhe eine durchgehende Sohle sowie eine spezielle Zwischensohle, die dessen Erhalt auch nach längerem Gebrauch garantieren soll. Das können wir nach drei Monaten intensivem Klettern auch so bestätigen. Im Überhang, an Dachkanten und auf Volumen ist der Schuh eine echte Geheimwaffe. Die Zenith-Rubber-Sohle klebt wie keine andere und hält sich an jeder Senkrechten. In puncto Reibung ist diese wohl das beste, was es derzeit auf dem Markt gibt. Allerdings kostet die mit 5mm relativ dicke Sohle an Sensibilität, die breite Spitze eignet sich nicht für kleine Löcher. Entsprechende (Kletter)Probleme müssen in diesem Fall mit Reibung gelöst werden. Daher eignet sich der Kintaro wohl eher als Hallenkletterschuh, der Umgang mit Plastik und Spax sind eindeutig sein Spezialgebiet. Den Abrieb während der 3-monatigen Testphase würden wir jedoch als sehr gering einschätzen. Toehooks sind äußerst schmerzhaft und lassen das Leder an der Oberseite des Schuhs schnell verschleißen. Das Boreal-Logo hielt nur kurze Zeit. Als Boulderschuh würden wir den Kintaro daher nicht empfehlen, es fehlt an einer Gummierung der Zehenbox. Warum diese bei einem vom Herstellen als solchen bezeichneten Modell nicht vorhanden ist, ist für uns unverständlich. Ansonsten sei noch gesagt, dass die Verarbeitung des Kintaros erstklassig ist, saubere Nähte, makellose Machart, keine Klebeflecken wie bei anderen, teils ebenfalls hochwertigen Kletterschuhen. Und der Kintaro ist komplett aus Leder.

Ein klasse Schuh für ambitionierte Kletterer. Boulderern würden wir jedoch davon abraten. Zum Preis von 134,95EUR ist der Schuh mit „übernatürlichen Kräften“ wahrlich kein Schnäppchen. Eine lange Lebensdauer aufgrund des geringen Abriebs und ein bombenfester Sitz sind jedoch echte Argumente sich mit diesem Modell näher zu beschäftigen.

Galleriebild: © Thomas Diller, Köln

HIPPYTREE Terrain Chalkbag

Terrain Chalkbag

Bei welchem Produkt ist das Handling am besten? Welche Chalkbags verlieren -eingepackt im Rucksack – auf dem Hin- und Rückweg zur Kletterhalle weniger Chalk als bei Gebrauch?

Ausgehend von diesen Fragestellungen haben wir uns das Modell „Terrain“ des kalifornischen Outdoor-Labels genauer angeschaut. Interessanterweise bietet der deutsche Distributor Coasthouse (ebenfalls zuständig für die Belieferung des Einzelhandels) das Produkt nicht nur als klassischen Chalkbag zum Klettern oder Bouldern an, sondern hat gleich eine Reihe weiterer, teils kurioser Verwendungsmöglichkeiten, wie beispielsweise die Nutzung als Aufbewahrungsbeutel für Hunde-Leckerlis. Durchaus lukrativ. Wir haben ihn jedoch in seiner ursprünglichen Bestimmung – die Beheimatung des bröckeligen, weißen Pulvers – getestet.

Terrain Chalkbag braunDer Chalkbag gehört mit rund 12cm Durchmesser an der versteiften Öffnung zu den größeren Modellen auf dem Markt. Da beide Hände zusammen bequem Platz finden, eignet er sich auch prima zum Bouldern. Das Außenmaterial ist Canvas-Baumwolle, bedruckt mit einem Topografie-Design, während er innen mit Fleecefutter ausgekleidet ist. Als Verschluss kommt ein Kordelzug zum Einsatz. Absolut staubsicher verschließen lässt er sich leider nicht. Chalk-Würfel oder sehr grobkörniges Chalk liefern ein zufriedenstellendes Ergebnis, wählt man fein gemahlenes Chalk, sollte man für Hin- und Rückweg zusätzlich einen verschließbaren Beutel benutzen. Geliefert wird der Chalkbag incl. größenverstellbarem Gurtband, sodass er auch beim Bouldern gut sitzt. Für die Kletterfraktion sind jedoch auch zwei Schlaufen vorhanden, um ihn direkt am Klettergurt zu befestigen. Das zeigt sich besonders im steileren Gelände als äußerst nützlich. Eine Schlaufe für die Boulder-Bürste ist ebenfalls vorhanden. Der „Terrain Chalkbag“ verfügt über eine wunderbare Haptik und wirkt ziemlich robust. Das Topografie-Design macht direkt Lust auf den Outdoor-Einsatz. Da das Modell in den drei Farbvarianten (Fluss-)Blau, (Erd-)Braun und (Nadelwald-)Grün erhältlich ist, kann man sein Chalkbag sogar der Landschaftsform seines präferierten Kletter- / Bouldergebiets anpassen. Liebevolle Details, wie das gestickte HIPPYTREE Logo, die gravierte Öse oder das per Sicherheitsnadel angebrachte Produktschild, runden diesen tollen Chalkbag ab.

Das Hauptaugenmerk dieses Modells liegt weniger auf Gewicht und Größe. Dafür ist er äußerst komfortabel, leicht und beidhändig zugänglich. Perfekt für einen gemütlichen Kletter- oder Boulderausflug in der Natur! Für das sportlich-ambitionierte Hallenklettern, rein optisch, jedoch etwas zu voluminös.