November 2014 archive

Alltagstaugliche Funktionsbekleidung – Weste SONJA von DIDRIKSONS

Beitragsbild Sonja

Der schwedische Hersteller Didriksons ist Spezialist für zeitlose Bekleidung, die auch widrigen Wetterbedingungen und rauen Tagen standhält. Jenes Unternehmen, das 1913 funktionale und optisch ansprechende Ölmäntel für Fischer anfertigte, gehört mehr als ein Jahrhundert später zum Premiumsegment für alltagstaugliche Funktionsbekleidung. Bei der „Originals Collection“, zu der auch unser Testmodell „Sonja“ gehört, kombinieren die Schweden skandinavischen Küstenflair mit klassischen Herbsttönen und legen dabei stets Wert auf die hochwertige Verarbeitung zeitgemäßer wind- und wasserfester Materialien.

Produktbild SonjaDer Herbst hat zwischenzeitlich Deutschland erreicht. Nach einem milden Spätsommer konnte man in den letzten zwei Wochen deutlich merken, dass sich das Jahr dem Ende neigt. Früh wird es dunkel, es ist ungemütlich nass, teilweise stürmisch. Mit der richtigen Bekleidung haben Herbstspaziergänge aber durchaus ihren Reiz, weshalb wir an dieser Stelle die isolierte Damenweste Sonja vorstellen möchten.

Sonja ist in den Größen 34 bis 46 erhältlich, das Modell fällt im Vergleich zu Westen anderer Hersteller etwas größer aus. Speziell in Deutschland ist es im stationären Handel bisher nicht allzu verbreitet. Onlineshops wie Amazon und Sporthaus Gehrmann haben das Modell jedoch auf Lager. Die Weste wird als 3rd Layer über einem dickeren Fleece oder einer Wollweste getragen und soll den kälteempfindlichen Rumpf vor Wärmeverlust schützen. Das funktioniert hervorragend, obwohl die Weste nicht gerade ein Leichtgewicht ist. Dicke Baumwolle, die 200g/m² Wattierung, die vielen Druckknöpfe und die optisch ansprechende Kapuze bringen Gewicht auf die Waage. Das Außenmaterial besteht aus 75% Baumwolle und 25% Polyamid. Überzogen mit einem WR-Finish ist es winddicht, wasserabweisend und robust. Der Länge nach abgesteppte Bereiche lassen die gerade geschnittene Weste sportlich feminin wirken. Verarbeitet wurde ein 2-Wege-Metall-Reißverschluss, an dessen oberstem Zipper sich eine gummierte Verlängerung befindet. Damit lässt sich der Reißverschluss problemlos mit Handschuhen bedienen, was verfrorenen Frauenhänden geradezu entgegenkommt. Eine Windabdeckleiste, die mit beigem Cordstoff gesäumt ist, wird mit Druckknöpfen geschlossen. Eine formschöne, mit Teddyfell ausgelegte Kapuze, wird per Metallzipper reguliert, ist jedoch nicht abnehmbar. Insgesamt hat die Weste fünf Taschen: Zwei Einschubtaschen und zwei mit Druckknopf zu schließende Außentaschen sowie eine kleine Innentasche auf Höhe der linken Brust. Im Inneren ist die Weste mit senfgelbem Polyester ausgekleidet. Diese Faser nimmt kaum Feuchtigkeit auf und ist sehr leicht. Außerdem schmiegt sie sich optimal an die Bekleidungsschicht darunter an, ohne abzufärben oder zu fusseln. Besonders originell: jedes Bekleidungsstück trägt die Unternehmensgeschichte Didriksons’ auf einem Baumwollquadrat mit sich.

Sonja ist der perfekte Mittelweg zwischen Optik und Funktionalität. Sportlich legeres Design trifft auf funktionale Materialien, wenn auch vor allem beim Außenmaterial nicht gerade Grammjäger verarbeitet wurden. Für Spaziergänge im kühlen Nass sollte das jedoch kein Problem darstellen. Für ambitionierte Touren ist Sonja sicherlich nicht der richtige Begleiter.

KLETTERRETTER – die Handcreme von Kletterern für Kletterer

Beitragsbild Kletterretter

Rissige und teilweise blutende Hände sind das Resultat eines intensiven Bouldertages am Naturfels. Die Haut ist zu trocken und reißt bei andauernder Belastung und scharfkantigem Gestein einfach auf. In der Halle dann das andere Leid: Schwielen, hervorgerufen durch ungewohnte Reibung – eine natürliche Schutzfunktion des Körpers bei vermehrter Belastung der Finger. Meist trifft es die „Gelegenheitskletterer“, die nur 1-2x pro Woche kraxeln. Haben sich die Schwielen erst einmal geöffnet, ist die Kletterzwangspause vorprogrammiert.

Produktbild KletterretterAls leidenschaftliche Kletterer haben sich David Holmes und seine Frau Stephanie die möglichst schnelle Regeneration geschundener Hände zur Aufgabe gemacht. Fast ein halbes Jahr tüftelten sie am richtigen Creme-Rezept, für dessen Produktion sie nun einen professionellen Cremehersteller mit ins Boot geholt haben. Die Handpflege mit erfrischendem Panthenol und Calendulaöl sorgt für weiche Hände ohne unangenehm nachzufetten. Die 75ml Tube ist handlich und passt in jeden Kletterrucksack, sodass direkt nach dem Duschen mit der Regeneration begonnen werden kann. Dass es wichtig ist Hände und Finger(kuppen) nach dem Klettern zu pflegen, sollte jedem klar sein. Sie werden schließlich am meisten beansprucht und sollten nach der Trainingseinheit besonders verwöhnt werden. Allerdings stellt sich -aus eigenen Erfahrungen – die Wahl der passenden Creme als nicht ganz einfach heraus und wie die beiden Firmengründer haben auch wir bereits einige Drogerie-Produkte getestet und als mehr oder weniger hilfreich empfunden. In einem 3-wöchigen Praxistest konnten wir uns selbst ein Bild der KLETTERRETTER Handcreme machen und sind begeistert. Bei regelmäßiger Anwendung (nicht nur nach dem Klettern) spürten wir Linderung, gerade offene Schwielen und Blasen sahen zwei Tage später nur noch halb so schlimm aus. Die Konsistenz der Creme ist beim Herausdrücken aus der Tube etwas dickflüssig, lässt sich aber gut auf der Haut verteilen und ist reichhaltig. Wie vom Hersteller versprochen zieht sie schnell ein und hinterlässt einen tollen Schutzfilm, der die Haut sofort mit Vitamin A versorgt und butterweich werden lässt. Der Panthenol-Duft erinnert an ein Erkältungsbad – himmlisch. Das Produkt lässt sich auch mit nur einer Hand prima verarbeiten, allerdings ist bei unserem Muster bereits nach kurzer Zeit der Deckel abgebrochen.

Der Vorteil dieser Creme liegt eindeutig im Insider-Wissen, das die beiden Firmeninhaber als fachlich kompetente Praktiker und Leidensgenossen in die Forschung und Entwicklung dieses Produkts einbringen konnten. Daumen hoch für die KLETTERRETTER!

FLY WEIGHT von BACH

Galleriebild FlyWeight

Nicht immer ist viel Gepäck nötig. Bei leichten Tagestouren im Mittelgebirge oder einfachen Ausflügen geht es auch ohne den 30l Tourenrucksack. Wer trotzdem nicht auf ein leichtes Daypack verzichten möchte, liegt womöglich mit dem Softpack „Fly Weight“ vom irisch-schweizerischen Rucksack-Profi BACH goldrichtig.

Natur erleben. Entspanntes Wandern durch üppigen Mischwald mit Blick auf die Saarschleife. Die Tour gehört mit 8,9km Länge, 309m Steigung und einer geschätzten Gehzeit von 2:30h bezüglich des Streckenprofils zu den weniger anspruchsvollen Touren. Nichtsdestotrotz lohnt sich der Ausflug auf dem Saar-Hunsrück-Steig in jedem Fall, alleine wegen der malerischen Aussicht vom felsigen Aussichtspunkt Cloef.

Das Wetter ist etwas ungewiss, entsprechend haben wir uns nach Zwiebelprinzip gekleidet. Mit dabei der Fly Weight (dt. Fliegengewicht), ein Faltrucksack mit 23l Fassungsvermögen für alle Fälle. Verpackt in einem rund 19cmx13cm kleinen Aufbewahrungsbeutel, der später zum Innenfach des Rucksacks wird, passt er problemlos in die Seitentasche unserer Cargohose und fällt dort mit seinen 85g kaum ins Gewicht. Werden nach und nach Kleidungsstücke ausgezogen, kommt das Leichtgewicht zum Einsatz. Statt sich regelrecht mit Bekleidungsstücken zuzuhängen, werden sämtliche Teile im Softpack verstaut. Bestehend aus 30dn silikonisiertem Nylon und ausgestattet mit doppelten Nähten sowie einem verstärkten Boden, vereinbart der Fly Weight die Komponenten Funktionalität und Ultraleichtgewicht. Dazu ist er erstaunlich stabil und reißt auch nicht, wenn er proppenvoll gestopft wird. Der Reißverschluss ist relativ breit, somit leichtgängig, extra robust und nicht anfällig, sich im Nylongewebe zu verhaken. Außerdem ist Produktbild FlyWeightder Fly Weight nahezu wasserdicht! In unserem Test perlte der Regen am Nylon wunderbar ab. Auch größere Wassermengen sind für das Außenmaterial kein Problem, selbst dann nicht, wenn dieser Zustand mehrere Minuten anhält. Lediglich über den Reißverschluss drang eine geringe Menge Wasser ein.

Der Fly Weight ist mit Sicherheit nicht nur für Grammjäger interessant. Einige Lifestylefirmen haben die beiden Komponenten bereits für Einkauftaschen aufgegriffen. Diese gibt es oftmals an der Kasse, mit dem Hinweis „Ressourcen schonen, wiederverwendbare Tasche verwenden“. Qualitativ liegen jedoch Welten zwischen Fly Weight und günstigen „No-Name-Produkten“, zumal es sich bei letzterem lediglich um einen Beutel mit zwei Trageschlaufen handelt. Gerade für diejenigen, die mit dem Fahrrad einkaufen fahren, stellt der Fly Weight eine willkommene Alternative dar. Im Trekkingbereich punktet das Daypack vor allem durch sein kaum spürbares Gewicht und die Möglichkeit ihn als Zusatzrucksack in der Hosentasche zu verstauen. Wir sind begeistert vom Fliegengewicht! Erhältlich ist es in den Farben Schwarz und Mango.

Softshelljacke Hattisar von SHERPA OUTDOOR

Sherpa_Outdoor_Hattisar

Das schweizer Unternehmen Sherpa Outdoor AG produziert qualitativ hochwertige Funktionsbekleidung mit der Inspiration und dem Know-How des in Nepal ansässigen Sherpa-Volks.

Unser Testmodell – die Softshelljacke Hattisar – wurde nach dem gleichnamigen Ortsteil der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu benannt. In dieser hat das Unternehmen seine Hauptproduktionsstätte und einen einzigartigen internen Testbetrieb. So werden alle Produkte, die das Unternehmen auf den Markt bringt, von ausdauernden, erfahrenen Sherpa-Bergführern mitentwickelt und bei Expeditionen am Fuß des Himalayas getestet.

Auf der Suche nach einer leichten Softshelljacke für Wanderungen bei milden Temperaturen in den Mittelgebirgen und für Kletternachmittage am Fels sind wir auf die Hattisar gestoßen. Ausgestattet ist das Leichtgewicht sehr minimalistisch mit zwei per Reißverschluss zu schließenden Seitentaschen, Kordelzug mit zwei Zipper am Bundabschluss, Kapuze sowie Daumenschlaufen. Das Außenmaterial – 88% Nylon und 12% Elastan – ist äußerst dehnbar, eine Grundbedingung, um die Bewegungsfreiheit nicht einzuengen. Diese erfüllt die Hattisar zu unserer vollsten Zufriedenheit. Das Innennetz besteht zu 100% aus Polyesterfaser und ist extrem luftdurchlässig. Die Jacke ist anschmiegsam und legt sich wie eine zweite Haut an den Körper. Hochwertig verarbeitete Daumenschlaufen reiben aufgrund einer durchdachten Doppel-Konstruktion nicht und sorgen für einen warmen Puls. Um optimal vor Wind zu schützen, schließt die Jacke mit einem hohen Kragen auf Lippenhöhe und einer eng geschnittenen Kapuze. Obwohl diese nicht verstellbar ist, sind wir von der Passform positiv überrascht. Das Material ist atmungsaktiv, der Feuchtigkeitstransport funktioniert gut. Etwas enttäuscht sind wir jedoch vom Nässeschutz. Wir haben nicht den Anspruch, dass eine dünne, leichte Jacke wie die Hattisar Dauerregen strotzt, allerdings wäre minimale Widerstandsfähigkeit für einen kurzen Regenschauer bei einer Softshelljacke von Vorteil. Bereits nach kurzer Zeit Nieselregen war die Jacke jedoch komplett durchgeweicht. An kühleren Tagen sollte zudem eine leichte körperliche Betätigung stattfinden. Alternativ kann die Jacke auch als 2nd Layer über der Funktionsunterwäsche mit zusätzlichem Wetterschutz getragen werden. Die drei Reißverschlüsse laufen problemlos und hakeln nicht. Im Innenfutter befindet sich eine praktische Schlaufe zum Aufhängen an Kleiderhaken. Sollte die Jacke schmutzig werden, ist Handwäsche angesagt. Aufgrund des schnell trocknenden Materialmix’ ist sie jedoch nach kurzer Zeit schon wieder einsatzbereit.

Die Hattisar ist eine atmungsaktive, bequeme Softshelljacke, die jegliche Art von Bewegung mitmacht. Trotz ihrer hohen Dehnbarkeit ist sie erstaunlicherweise ziemlich robust und zeigt nur minimale Abrieberscheinungen, nachdem sie das ein oder andHattisarere Mal am Fels vorbeigeschliffen ist. Besonders der hohe Kragen und die formschöne Kapuze haben uns gut gefallen. Gerade in der uns zur Verfügung gestellten Farbvariante gelb/kobaltblau ist sie ein echter Eyecatcher im Wald. Schutz vor Nässe bietet sie jedoch nicht. Ihr Einsatzgebiet sind eindeutig Aktivitäten, bei denen der Körper während Pausen schnell auskühlt. Für Kletternachmittage und Bouldersessions zur jetzigen Jahreszeit also geradezu perfekt.