Dezember 2014 archive

Chalkbag-Unikate vom Kölner Label BlaueRoute

Beitragsbild BlaueRoute

Was wäre ein Kletterer ohne sein Chalkbag? Mittlerweile in unzähligen Farben, Materialien und Ausstattungsmerkmalen erhältlich ist er der obligatorische Wegbegleiter bei Kletter- und Bouldersessions. Wer dabei Wert auf ein kundenspezifisches Unikat legt, sollte sich die Einzelstücke des Kölner Label BlaueRoute anschauen.

Die kleine Manufaktur, die seit ihrer Gründung insgesamt 162 Chalkbags und 8 Boulderbags verkauft hat, wurde 2012 von Martin Gehrmann ins Leben gerufen. Männer und Handarbeit? Zugegeben, in den letzten Jahren hat sich einiges verändert. Für Gehrmann ist Häkeln und Stricken nichts Ungewöhnliches. „… ich hab’s schon in der Schule gelernt“. Als er das Rauchen aufgegeben hat, suchte er nach einer neuen Beschäftigung und blieb – aufgrund seines Hobbys, der Kletterei – bei letztendlich Chalkbags hängen. Nachdem sein erstes Exemplar fertig war und er einen weiteren Chalkbag als Geburtstagsgeschenk fertigte, folgten Anfragen von Leuten aus der Kletterhalle. Daraufhin entschloss sich der gelernte MTA sein eigenes Label zu gründen. Den Namen „BlaueRoute“ wählte er aufgrund seiner Lieblingsfarbe Blau, der zweite Teil des Wortes ist selbsterklärend.

Wir durften das Unikat mit dem (Routen)Namen „Wer suchet, der findet“ testen. Neben den unzähligen Möglichkeiten der Individualisierung interessierte uns natürlich auch die Funktionsfähigkeit. Ist der Chalkbag gut zugänglich, wie funktioniert das Verschlusssystem? Verliert er – eingepackt im Rucksack – auf dem Hin- und Rückweg zur Kletterhalle mehr Chalk als bei Gebrauch?

Im Onlineshop von BlaueRoute sind diProduktbild BlaueRoutee bereits fertig hergestellten Chalkbags gelistet. Die Lieferzeit hierfür beträgt aus eigener Erfahrung 1-2 Werktage. Wünscht man ein komplett individualisiertes Produkt, kann man dieses über das Kontaktformular bestellen. Derzeit stehen 17 verschiedene Farbgarne zur Auswahl. Je nach Aufwand und Auftragslage beträgt die Lieferzeit für die kundenspezifischen Chalkbags ein paar Tage mehr. Am Chalkbag selbst sind neben einem Bürstenhalter-Gummi zwei Schlaufen angebracht, um ihn mit Karabinern zentral am Klettergurt befestigen zu können. Ein Gurtband ist leider nicht im Lieferumfang enthalten. Dieses kann jedoch für 3,00€ separat bestellt werden. Innen ist der Chalkbag mit samtig weichem Fleece ausgelegt, schließen lässt er sich mittels Zipper. Mit einer rund 12cm breiten, stabilen Öffnung funktioniert das Chalken problemlos. Die Kombination aus gestrickten Boden und Mittelteil, einer mit Stoff ausgekleideten Öffnung sowie der Verschlussmechanismus kostete Gehrmann neben mehreren Anläufen wohl auch ziemlich viele Arbeitsstunden. Diese haben sich definitiv gelohnt, denn die Konstruktion kann sich wirklich sehen lassen. Der Chalkbag ist strapazierfähig, leicht und vor allem: nahezu staubdicht.

Gehrmanns Chalkbags sind nicht nur individuell, sondern bezüglich der farbenfrohen Garne und Filzapplikationen auch ausdrucksstark und lebendig – emphatisch. Genauso beschreibt sich der sympathische Mann mit blonden Haaren und Septum-Piercing auch. Außerdem sei er sprachgewandt und vor allem kreativ. Besonders letzteres können wir bestätigen. Seine Chalkbags sind ein Eyecatcher an jedem Klettergurt und nahezu komplett dicht. Respekt! Wir hoffen diese originellen Chalkbags demnächst öfter in den (Kölner) Kletterhallen anzutreffen.

Sportbrille Horizon von SwissEye

Beitragsbild Horizon

Sportbrillen sind längst kein reines Sommerprodukt mehr. Ob beim Mountainbiken oder beim Trailrunning durch den Pfälzer Wald – eine klare Sicht und ein zuverlässiger UV-Schutz sind unerlässlich. Die Sportbrille gehört zur Grundausrüstung und schützt vor Staub, Insekten, vom Boden aufgewirbelte Steinchen und vor Zugluft. Bei der Preisskala gibt es – wie so oft – keine Begrenzung nach oben. Auf der Suche nach einem Allrounder mit hervorragendem Preis-Leistungsverhältnis sind wir auf das Modell „Horizon“ vom westfälischen Hersteller SwissEye gestoßen.

Das brandaktuelle, 28g leichte Modell ist zum Preis von 89,90 € in den Farben black matt, black matt / pink, yellow red / black und red matt / black erhältlich. Es ist recht schmal geschnitten und eignet sich daher auch für zierliche Frauengesichter. Gummierte Nasenauflage und Bügelenden sorgen für optimalen Halt, sodass die Brille auch bei Erschütterungen rutschfest ist. Das Material ist angenehm und hinterließ im Test weder am Nasenrücken noch hinter den Ohren Druckstellen. Die Brillenfassung besteht aus dem leichten, splitterfreien Kunststoff Grilamid TR90. Wie jede andere Brille sollte auch dieses Modell ausprobiert und auf die individuellen Bedürfnisse und anatomischen Gegebenheiten angepasst werden. Hierbei setzt SwissEye auf eine professionelle Beratung in Optikergeschäften und ausgesuchten Sportgeschäften. Auf der Internetpräsenz des Herstellers kann anhand der Postleitzahl der nächstgelegene Fachhändler ausfindig gemacht werden.

Produktbild HorizonDa wechselnde Lichtverhältnisse unterschiedliche Gläser verlangen, befinden sich im Lieferumfang neben einer stark getönten (S3) Scheibe zwei Wechselscheiben (klar S0 und orange S1). Der Hersteller garantiert Scheiben allerhöchster Qualität (Optikklasse 1) und verwendet splitterfreie, hochwertige Polycarbonat-Gläser, die 100% UVA, UVB und UVC-Strahlen filtern. Das Wechseln der Gläser erklärt SwissEye ausführlich per Youtube-Video, sodass nichts mehr schief gehen kann. Mit etwas Übung sind die sechs Handgriffe in knapp 20 Sekunden erledigt. Ohne Rand bietet die Brille alle Vorzüge des „Panorama-Feelings“, was gerade beim Laufen, wenn der Blick nach unten gerichtet ist, optimal ist. Bei unserer Testerin schlossen die Gläser nahezu perfekt mit den Augenhöhlen ab, was für optimalen Wind- und Schmutzschutz sorgte. Das leichte Brillengestell lag optimal an, bei Bedarf ist auch eine Neigung der Bügelgelenke mittels Inklination möglich. Bezieht man das Produkt über den Fachhändler, ist diese Justierung selbstverständlich inklusive und wird direkt vor Ort vorgenommen. Außerdem liefert SwissEye einen Mikrofaserbeutel zur Reinigung sowie ein stabiles, per Reißverschluss zu schließendes Etui mit, in dem sowohl die Brille, als auch die Wechselscheiben Platz finden. Bereits in der ersten Testwoche ging der Reißverschluss des Etuis kaputt, weshalb wir die Brille danach nur im Aufbewahrungsbeutel transportiert haben. Das Brillengestell und die mit Antiscratch-Beschichtung behandelten Gläser machen auch nach der 12-wöchigen Testphase einen ordentlichen Eindruck und sind nicht verkratzt. Von Profis der Sportbranche designt und über den Optikerhandel fachkundig vertrieben. Vielleicht ist es gerade diese Kombination, die SwissEye so erfolgreich macht.

Extrem leicht, angenehme Gummipads, gute Verarbeitung, unkomplizierter Gläsertausch und sportlich-feminines Design. Das neue Modell Horizon von SwissEye überzeugt als echter Allrounder und glänzt dabei noch mit einem top Preis-Leistungsverhältnis.

Full Zip Jacket 600 von Woolpower

Beitragsbild woolpower

Seit der Gründung im Jahr 1969 entwickelt und produziert das Familienunternehmen Woolpower qualitativ hochwertige, äußerst funktionale Bekleidung und Accessoires. In Kooperation mit dem schwedischen Militär entstand so das Material Ullfrotté, das dem in Östersund ansässigen Unternehmen in den 70er Jahren den Durchbruch verschaffte. Hierbei handelt es sich um ein Materialgemisch aus 70% Merinowolle und 30% Polyester. Geschmeidigkeit, Geruchsneutralität, antibakterielle Wirkung, exzellenter Wärmehaushalt, selbst im feuchten Zustand und die Tatsache, dass es sich um ein nachwachsendes Naturprodukt handelt, das ebenso recyclingfähig ist, sind die Eigenschaften von Merinowolle. Gepaart mit verschleißfesten Polyesterfasern, weshalb die Jacke auch bei 60°C in der Waschmaschine gereinigt werden kann, ist die Full Zip Jacket ein echtes Hightech-Produkt. Das Sortiment des Woolpower-Bekleidungssystems umfasst Materialstärken von 200-800 g/m². Vom Garn bis zum Endprodukt. Alles „Made in Schweden“.

Produktbild WoolpowerWird durften die Full Zip Jacket 600 testen, ein Bekleidungsstück, das Woolpower der Mittelschicht seiner Funktionsunterwäschen-Palette zuordnet. Das Produkt ist sowohl als Herren- als auch als Damenmodell in den Farben schwarz, dark navy und khaki, erhältlich. Die Wolljacke ist geschmackvoll und stilecht in einem recyclebaren Klappkarton eingepackt und wurde von der Näherin mit viel Liebe zum Detail zusammengelegt. Bei Woolpower ist es außerdem Usus, dass jedes Kleidungsstück von Anfang bis Ende von einer Arbeiterin hergestellt wird. Nach Fertigstellung näht sie ein Etikett mit ihrem Namen ein. Das stärkt das Verantwortungsbewusstsein und den persönlichen Bezug der Näherin und erhöht gleichzeitig die Wertschätzung durch den neuen Besitzer in besonderem Maße. Es ist erwiesen, dass der Umgang mit „personalisierten“ Produkten ein anderer ist, als der mit anonymer Stangenware. Ein tolles Konzept, das es in dieser Form nicht allzu oft gibt.

Die Jacke macht einen kuscheligen ersten Eindruck, ist außen wollig, innen erinnert sie an die Beschaffenheit eines Frottee-Bademantels. Sie ist jedoch nicht gerade ein Leichtgewicht, was wohl auf den 70%igen Wollanteil zurückzuführen ist. Auffallend ist zudem die saubere, gleichmäßige Verarbeitung. Das Resultat sorgfältig ausgewählter Rohstoffe, vollständiger Kontrolle über die Produktion, da diese komplett in Schweden stattfindet, und den extrem hohen Qualitätsstandards von Woolpower.

Produktbild WoolpowerUm größtmögliche Elastizität und besonders angenehme Trageigenschaften zu gewährleisten, setzt das Unternehmen auf wenige Nähte, die scheuern oder reißen könnten. Mit Hilfe von Spezial-Strickmaschinen wird das Garn zu Schlauchmanschetten rund gestrickt, mit Wasser und Wasserdampf bearbeitet und geformt. Dadurch stabilisiert sich das Material und die Jacke fällt nicht einfach in sich zusammen. Ein doppelt gestrickter Kragen unterstützt diese Stabilität und schützt die empfindliche Halspartie. Obwohl kein expliziter Kinnschutz am Ende des Reißverschlusses angebracht ist, juckt und scheuert nichts. Die Nähte sind butterweich. Geschlossen wird die Wolljacke mit einem durchgehenden Reißverschluss, an dessen Ende sich ein hochwertiger Metallzipper mit eingestanztem Firmennamen befindet. Innen- oder Außentaschen besitzt die Full Zip Jacket 600 nicht. Praktisch sind die Daumenlöcher, die für einen warmen Puls sorgen. Als äußerst dienlich erwies sich außerdem der verlängerte Rücken. Er reicht bis zum Po und schützt daher optimal vor kalter Luft. Aufgrund der geruchshemmenden Eigenschaft von Merinowolle „müffelt“ die Wolljacke nicht so schnell. Auch ist sie ziemlich robust und nimmt wenig Schmutz auf. Nach gut zwei Wochen Tragezeit war dann allerdings der erste Waschgang fällig. Mit Spannung erwarteten wir das Resultat des 60°C heißen Wollwaschprogramms, das problemlos verlief. Überrascht waren wir von der kurzen Trocknungszeit – handelt es sich doch um eine Jacke mit einem Gewicht 600g/m². Während des 10 wöchigen Testzeitraums wurde die Full Zip Jacket 600 etliche Stunden bei verschiedenen Aktivitäten (Wandern, Mountainbiken, Adventsandacht, Besuch im Fußballstadion, aber auch beim Stadtbummel und an der Uni) getragen, sechs Mal haben wir das Produkt in der Waschmaschine gereinigt. All das hat die Jacke problemlos weggesteckt, wenngleich eine Knötchenbildung an den Unterarmen nicht ganz ausblieb. Beim Kauf sollte beachtet werden, dass die Jacke deutlich größer ausfällt, daher sollte sie unbedingt eine Nummer kleiner bestellt werden.

Über der Base-Layer und unter einer Wetterschicht getragen, leistet das Produkt hervorragende Dienste. Aber auch bei trockenem, kaltem Wetter sorgt die Jacke für eine optimale Wärmeisolation. Die Full Zip Jacket 600 ist ein brillantes Produkt, für all diejenigen, die während der kalten Jahreszeit gerne draußen sind und keine Stangenware wollen.

Pfiffige Funktionsbluse aus der R’N’W‘ Kollektion von Ortovox

Beitragsbild Bluse Ortovox

Blusen sind weiterhin ungebrochener Rekordhalter, wenn es um Oberbekleidung beim Wandern oder Trekking geht. Meist in dunklen Farbnuancen, kleinkariert und bieder geschnitten, konnten sie designtechnisch bisher nicht punkten. Man musste sich entscheiden. Funktional oder stylisch.

Dank der modernen, farbenfrohen ROCK’N’WOOL‘ Kollektion von Ortovox gibt es nun eine echte Alternative. Bereits in der Sommerkollektion 2014 präsentierte das Unternehmen, das vor allem für erstklassige LVS-Ausrüstung und seine hochwertige Merinowoll-Bekleidung bekannt ist, eine Kurzarmbluse im knalligen Karodesign. Ein echter Fortschritt, den die ersten Interessenten auf der OutDoor 2013 in Friedrichshafen begutachten konnten. Auf die Kurzarmbluse folgte nun ein Modell mit langen Armen. Die Funktionsbluse besteht aus 50% Merinowolle, 30% Tencel sowie 20% Polyester. Ein Materialmix, der sich sehen lassen kann. Merinowolle, der aktuelle Trend, besitzt antibakterielle Eigenschaften, ist geruchshemmend, pflegeleicht und angenehm auf der Haut. Außerdem reguliert die Naturfaser die Körpertemperatur, schützt vor Überhitzen und bewahrt vor dem Auskühlen. Tencel, ebenfalls eine Naturfaser (Holz-Zellstoff aus Eukalyptus), sorgt für einen optimalen Wärmehaushalt und ist nebenbei noch äußerst reißfest. An den Ellenbogen hat der Hersteller zudem farblich abgesetzte, verstärkte Ellenbogenpads platziert. Die Bluse wiegt in Bekleidungsgröße M lediglich 218g und lässt sich durch ihr kleines Packmaß nahProduktbild Ortovox Bluseezu überall unterbringen. Als Verschluss kommt eine durchgehende Druckknopfleiste zum Einsatz. Zwei aufgesetzte Brusttaschen, ebenfalls mit Druckknöpfen versehen, bieten Stauraum für kleinste Gadgets. Mit einer Größe von 7cm x 9cm ist der Stauraum jedoch äußerst limitiert, für ein Asthma-Spray wird es bereits kritisch. In erster Linie unterstreichen sie wohl den sportlichen Schnitt. Auch an den Ärmelbündchen wird mit Druckknöpfen gearbeitet. Ein rund 15cm langer Schlitz ermöglicht bei Bedarf das Hochkrempeln der Ärmel.

Im Praxistest waren wir neben den erfrischenden Farben und dem jugendlichem Design vor allem von der Robustheit der Bluse überrascht. Wie es sich für eine Outdoor-Bluse gehört, wurde das Schmuckstück während der Tour per Hand gewaschen, ausgewrungen und getrocknet. Das Material hat sich nicht verzogen, auch nach knapp vier Monaten regelmäßigen Tragens konnten wir keine nennenswerten Verschleiß- oder Abrieberscheinungen feststellen. Lediglich der Innenaufdruck mit Firmennamen, Größenbezeichnung und Materialzusammensetzung löste sich bereits nach wenigen Waschdurchgängen ab. Die Funktionsbluse ist pflegeleicht und schelltrocknend. So kann sie nach intensivem Gebrauch gewaschen und aufgehängt werden, sodass sie keine 12 Stunden später wieder einsatzbereit ist. Maschinenwäsche bei 40°C ist ebenfalls kein Problem.

Mit der Longsleeve-Bluse aus der ROCK’N’WOOL‘ Kollektion bietet Ortovox nicht nur ein Funktionskleidungsstück mit umwerfendem Design an, sondern denkt bereits einen Schritt weiter und verwendet fast ausschließlich natürlich nachwachsende Rohstoffe. Die frischen Farben auf steinigen Zustiegen, felsigen Gipfeln und anschließend in urigen Hütten sind ein echter Hingucker. Nun muss nicht mehr zwischen funktional oder stylisch entschieden werden, sondern höchstens zwischen den drei Farbvarianten Blue Ocean, Happy Green oder Very Berry.

BEAL Diablo 9,8 mm

Beitragsbild Diablo

Das BEAL Diablo 9,8 mm ist seit 2012 auf dem Markt und gehört immer noch zu den beliebtesten Modellen des französischen Bergsport-Spezialisten. Bedingt ist das wohl vor allem durch die einzigartige Unicore-Technologie. Hierbei handelt es sich um einen speziellen Fertigungsprozess, bei dem der Seilmantel und der Seilkern miteinander verbunden werden. Eine Mantelverschiebung wird dadurch aufs Minimum reduziert und noch viel wichtiger, im Falle einer Beschädigung des Seilmantels (z. B. durch Abnutzung, Steinschlag, …) bleiben beide Komponenten miteinander verbunden und der Kletterer stürzt nicht ab. Ein Feature, das nicht nur im alpinen Bereich Sinn macht. Gerade wenn das Seil häufiger bei Sturzübungen im Vorstieg zur Anwendung kommt, ist die Unicore-Technologie doch eine beruhigende Information für den Hinterkopf.

Außerdem wurde das Diablo 9,8 mm bei den IFSC Wordchampionship 2012 in Paris-Bercy eingesetzt, was dazu führte, dass es in Fachkreisen als eines der besten Kletterseile aktuell auf dem Markt gehandelt wird. Wir durften das Seil, das ganz nebenbei 2011 auf der OutDoor in Friedrichshafen mit dem INDUSTRY AWARD ausgezeichnet und 2012 Gewinner des ISPO Outdoor Awards wurde, testen.

Produktbild DiabloMit einem Metergewicht von 61 g und 9,8 mm Durchmesser ist es eindeutig fortgeschrittenen Kletterern vorbehalten. Das Diablo wird bereits mit minimalistischer Seiltasche und Seilplane geliefert, sodass es sofort losgehen kann. Erhältlich ist es in dezenter vierfarbiger Ausführung (rot, schwarz, blau, weiß) in den Längen 50 m, 60 m, 70 m und 80 m. Insgesamt wurden 32 Garne verarbeitet und selbstverständlich hat Diablo eine Mittelmarkierung. Im ersten Eindruck wirkt es etwas steif, was wohl auf die Unicore-Technologie zurückzuführen ist. Erfahrungsgemäß lässt dies jedoch bereits nach kurzem Gebrauch nach – so zumindest bei unserem BEAL Joker. Im Vergleich zu gewöhnlichen Einfachseilen mit einem Durchmesser von 10,2 mm / 10,5 mm fällt das deutlich geringere Gesamtgewicht schon auf dem Weg zur Halle auf.

Nach der ersten Route wird klar, warum dieses Seil derart beliebt ist. Diablo ist wunderbar geschmeidig, aber steif genug, um es schnell und problemlos zu clippen. Das geringe Metergewicht ist im Vergleich zu den typischen Hallenseilen (meist um die 70 g/m) eine echte Erleichterung. Auch nach mehrmaliger Verwendung bleibt der Seilmantel glatt, pelzt nicht auf und läuft vorbehaltslos durch die Exen. Für den Kletterer ein Genuss. Der glatte Seilmantel und der geringere Durchmesser fordern natürlich auch den Sichernden, wobei aufmerksames Sichern im Vorstieg generell selbstverständlich sein sollte. Für einen blutigen Anfänger sind 9,8 mm Seildurchmesser mit Sicherheit ungeeignet. Für Fortgeschrittene – die man im Bereich des Vorstiegs erwarten sollte – absolut kein Problem. Getestet wurde Diablo 9,8 mm mit Click-Up, Tuber und Smart. Die Anwendung dieser drei Sicherungsgeräte beurteilen alle Tester als problemlos und angenehm. Bezüglich des Verschleiß’ konnten wir nach der dreimonatigen Testphase (größenteils Indoor-Benutzung) keinen nennenswerten Abrieb feststellen, wenngleich das Seil etwas weicher wurde. Lediglich die Mittelmarkierung verblasste leicht. Die Banderolen an den Seilenden lösten sich am ersten Nachmittag, nachdem wir Diablo voller Begeisterung ausgiebig beansprucht hatten. Gerade für die Knotbarkeit ist das jedoch nicht unangenehm. Richtig abgewickelt hatten wir während des kompletten Tests keine Probleme mit Krangeln. Ganz nett ist auch die Zugabe des Seilsacks und der 92,5 cm x 102,5 cm großen Kunststoffseilplane, wobei ersterer eher als RopeBag zur Aufbewahrung zu Hause anzusehen ist. Für den Transport, gerade wenn man draußen etwas weiter laufen muss, ist ein Seilsack mit Trageschlaufe oder ein Seilrucksack wesentlich angenehmer. Schließlich beläuft sich das Gesamtgewicht des Diablo 9,8 mm bei der Seillänge von 70 m auf mehr als 4 kg.

Generell geht der Trend hin zu „schlanken“ Seilen, jenseits der 10 mm Grenze. Brandaktuell ist das BEAL Opera, das mit 8,5 mm Durchmesser und einem Metergewicht von nur 48 g/m derzeit das leichteste und dünnste Einfachseil auf dem Markt ist. Davon ist Diablo 9,8 mm noch eine Ecke entfernt. Nichtsdestotrotz handelt es sich um ein erstklassiges Einfachseil für Kletterer auf Topniveau. Die Handhabung würden wir sowohl für den Kletterer als auch für seinen Sicherungspartner als ausgezeichnet bezeichnen. Für ambitionierte Hallenkletterer, die Wert auf ein leichtes und dennoch qualitativ hochwertiges Seil legen, können wir Diablo 9,8 mm uneingeschränkt empfehlen. Es ist wirklich teuflisch gut!

TORA RAIN JACKET von Tretorn

Beitragsbild Tretorn

Das schwedische Unternehmen Tretorn mit Sitz in Helsingborg/Schweden unmittelbar an der Küste, kennt sich mit schlechtem Wetter aus. Durch die Lage Helsingborgs am Öresund herrscht in der Stadt ein kühlgemäßigtes Klima mit ordentlich Niederschlag. Seit 1891 produziert das Traditionsunternehmen, das mittlerweile zur renommierten Kering-Group gehört, neben Tennisbällen auch Regenbekleidung und Nässeschutz.

„Redo för hösten!“ – „Bereit für den Herbst!“ So begrüßt Tretorn derzeit seine Website-Besucher. Während viele Wanderer und Spaziergänger den Herbst mit seiner Vielfalt an bunten Blättern lieben, löst diese Jahreszeit mit ihren wechselhaften „feuchtfröhlichen“ Witterungsverhältnissen bei anderen eher Unbehagen und „kalte“ Schauer aus. Ein brauchbarer Nässeschutz ist daher unerlässlich. In unserem 8-wöchigen Praxistest nahmen wir das Modell TORA RAIN JACKET, ein schlichter aber schicker Regenparka im Friesen-Look, genauer unter die Lupe.

Tretorn ProduktbildTORA besteht zu 80% aus Polyester und zu 20% aus dem textilen, elastischen Faserstoff Polyurethan (PU), der als Außenmaterial verwendet wird. Dieser ist zu 100% wasser- und windabweichend und wird auch für die Herstellung hochwertiger Gummistiefel verwendet. Anders als die Funktionsmaterialien GoreTex, Sympathex oder Polartec ist PU jedoch nicht atmungsaktiv. Der Rumpfbereich der Jacke ist innen mit anschmiegsamem Polyester ausgekleidet, ein eingenähtes Baumwolllabel mit der Unternehmensgeschichte des Kultlabels zeigt, dass man mächtig stolz auf sein Erbe ist. Designtechnisch ist der Parka eher schlicht, ohne viel Schnickschnack, ohne ein von weitem ins Auge stechendes Firmenlogo. Der skandinavische Touch ist dennoch unverkennbar, aber angenehm dezent. So wurde auf Brusthöhe ein schlichtes Tretorn Logo eingestanzt, Knöpfe und Ösen sind ebenfalls mit den sieben Druckbuchstaben des Firmenschriftzugs versehen.

Der Regenparka wird mittels Reißverschluss geschlossen, an dessen Ende eine breite Zipper-Öse angebracht ist. Damit lässt er sich sogar problemlos mit Handschuhen bedienen. Die Verschlusstechnik funktioniert einwandfrei. Um zu verhindern, dass Wasser ins Innere läuft, befindet sich über dem Reißverschluss eine Abdeckleiste. Die darauf angebrachten, metallfarbenen Druckknöpfe stabilisieren die Passform und sorgen für eine „saubere“ Optik. Auf Hüfthöhe befinden sich seitlich jeweils eine Außentasche, die per Druckknopf geschlossen wird. Um vor eindringendem Wasser zu schützen, wird auch hier mit einer Abdeckleiste gearbeitet. Im Praxistest erfüllten die Abdeckleisten ihre Aufgabe, das Eindringen von Wasser wurde verhindert, wenngleich die Fronttaschen nicht allzu groß sind. Taschentücher und Smartphone finden Platz, für einen (meist etwas größeren) Damengeldbeutel wird es allerdings kritisch. Auch befinden sich innen keine weiteren Taschen mehr. Eine Beschränkung auf das Notwendigste ist daher nötig. Ein mit Zipper verstellbarem Bundabschluss rundet die Passformmodifizierung ab.

Auch an den Armbündchen wurde mit Druckknöpfen gearbeitet. Hier gibt es zwei Verstell-Möglichkeiten: relativ weit oder sehr eng. Trägerinnen mit schmalen Handgelenken passt die enge Einstellung, jedoch wird sie den meisten zu knapp sein. In diesem Fall ist auf die relativ weite Einstellung zurück zu greifen. Dank ungefütterter Armpartien kann sich die Nässe jedoch nicht in die Richtung Rumpf und Kragen ausbreiten. Besonders durchdacht zeigt sich die Kapuzenkonstruktion. Die Kopfbedeckung lässt sich durch eine Kordel verstellen, wobei vor dem Kordelsaum ein fester Wetterschutz angebracht ist. Dieser rund 3cm breite Kapuzenschirm hängt nicht im Gesicht (da die Einstellung der Kapuzenteile nicht daran gekoppelt ist) und trägt sich somit sehr angenehm. Die Jacke wirkt strapazierfähig und trotzt selbst stärkstem Regen. Da sie kein Innenfutter besitzt, lässt sie sich prima über anderen Kleidungsstücken tragen. Dass darunter noch ein isolierendes Kleidungsstück getragen wird, wurde bei der Größenangabe bereits berücksichtigt. Der Regenparka fällt regulär aus und ist nicht tailliert. Passend dazu ist die TORA Regenhose erhältlich. Beide Produkte sind bei 40°C waschmaschinengeeignet.

Das Modell wiegt in Größe M ganze 587g, also nicht gerade ein Grammjäger. Auch kann man nicht unbedingt von einem kleinen Packmaß sprechen; einfach mal so in die Handtasche stopfen wird schwierig. Das Material ist steif, hochwertige Applikationen wie Metallknöpfe und der breite Reißverschluss nehmen einiges an Platz in Anspruch. Somit ist das Einsatzgebiet der TORA RAIN JACKET ziemlich eindeutig auf den Lifestyle-Bereich festgelegt, wobei sie auch bei kleinen Ausflügen im kühlen Nass überzeugte. Schnitt, Haptik und Verarbeitung sind mustergültig, in der Farbe Gelb (Spectra yellow) gewährleistet der Regenparka außerdem bei der dunklen Jahreszeit ein Stück weit mehr Sicherheit. Besonders das unaufdringliche Design mit urbanem skandinavischen Touch hat uns sehr gut gefallen.

Hoodie Thermal Sturmhaube von BUFF

Beitragsbild Buff Hoodie Thermal

Der spanische Spezialist für Schlauchtücher und funktionelle Kopfbekleidung hat seine Produktpalette zur diesjährigen kalten Jahreszeit um ein ganz besonderes ausgebufftes Produkt erweitert. Die Hoodie Thermal Sturmhaube vereint Halswärmer, Kälteschutz für Kinn- und Mundbereich sowie Kapuze. Das aus 100% Merinowolle bestehende Schlauchtuch sorgt für maximale Wärme und ein angenehmes Klima. Neben optimalem Feuchtigkeitstransport ist die Naturfaser auch geruchsneutral und verfügt über antibakterielle Eigenschaften. Demnach genau das richtige für kalte Tage auf der Piste oder eisig-windige Spaziergänge. Einmal getragen, werdet ihr dieses stylisch-funktionale Produkt nicht mehr so schnell in den Schrank legen. Das lange Schlauchteil lässt sich bis unter den Jackenkragen ziehen, der Kälteschutz für Kinn- und Mundbereich schließt unterhalb der Nase ab. So ist der emProduktbild Buffpfindliche Hals selbst bei frostigen Wetterbedingungen bestens geschützt. Für die Kapuze wurde bei unserem Modell, der Hoodie Thermal Sturmhaube Graphite, geripptes Polartec Fleece verarbeitet. Dieses ist kuschelig weich und lässt sich über den integrierten Kordelzug mit schicken Lederapplikationen optimal regulieren. Ein verstärktes Bündchen hält die Kapuzenform und sorgt für einen angenehmen Tragekomfort, wenn die Kapuze eng an den Kopf gezurrt wird. Selbstverständlich kann das Luxus-Schlauchtuch bei 40°C in der Waschmaschine gewaschen werden. Außerdem handelt es sich um ein Unisex-Modell in Einheitsgröße, das auch an Männern eine gute Figur macht.

Die Hoodie Thermal Sturmhaube gibt es in verschieden Farben und Ausführungen. Drei Merkmale haben alle Modelle gemeinsam. Urbanes Design, eine qualitativ hochwertige Verarbeitung sowie einen Halswärmer aus 100% feinster Merinowolle. Damit eignet sich das Produkt nicht nur für den Outdoorsportbereich, sondern erfüllt auch im Alltag weit mehr als seinen Zweck. Beim Besuch von Weihnachtsmärkten und Adventsandachten im Freien macht dieses Sahnestück einen ausgetüftelten Eindruck – und hat Potenzial zum Lieblingsaccessoire!

X-BOULDER von LOWA

Beitragsbild X-Boulder

Die Firma LOWA kennt nahezu jeder. Das bayrische Traditionsunternehmen, das mittlerweile europaweit für exzellenten Gehkomfort im Outdoorbereich bekannt ist, hat Anfang diesen Jahres seine Produktplatte um das firmeninterne Spitzenmodell „X-Boulder“ erweitert. Bereits 2012 brachte das Unternehmen mit Sitz in Jetzendorf die beiden Modelle Red Eagle und Falco, jeweils als Lace und Velcro, und das Kindermodell Pirol auf den Markt, der zaghafte Start in ein heiß umkämpftes Segment – bei dem bisher die Italiener die Nase vorne haben.

Ein Jahr später präsentierte LOWA das Modell X-Boulder auf der OutDoor 2013, das seit Anfang 2014 erhältlich ist. Hierbei handelt es sich um einen Velcro-Schuh, dessen gekreuzte Klettverschlüsse unserem Anschein nach Namensgeber waren. Nach Aussage von Produktmanager Sepp Krimmer sind jedoch „Die Kreuzvelcros [… ] kein Werbemerkmal, sondern haben die Aufgabe, den Fersensitz nach vorne und den Innenrist nach hinten zu fixieren und nicht wie wirklich bei allen anderen Schuhen ihn seitlich fest zu zurren“. Die Farbkombination Racing-Schwarz und angriffslustiges Rot mit silberfarbenem Druck sowie der ordentliche Downturn lassen bereits beim ersten Blick darauf schließen, dass es sich um einen Schuh für Topkletterer handelt. Insgesamt wirkt die Optik ziemlich sportlich: gelochte Microfaseraußenschicht, lange Anziehhilfen an der Ferse und am Schaft, eine Zehenkappe zum Bouldern. Letzteres ist unserer Meinung nach ein absolutes Muss für einen Boulderschuh, zumindest, wenn er im Bereich der Topmodelle mitmischen will. Bezüglich der Verarbeitung fielen etliche Kleberreste speziell an den Aussparungen mit Microfaserobermaterial der Ferse auf. Es ist nicht so, dass dies etablierten Firmen wie La Sportiva oder Boreal nicht passieren würde – allerdings vermitteln mit Klebstoff verstopfte Löcher, die eigentlich die besonders angepriesene Atmungsaktivität unterstützen sollen, diese Eigenschaft nicht gerade glaubwürdig. Inwieweit sich dieser Schönheitsmakel jedoch auf die Funktion auswirkt, haben wir in der Praxis getestet.

Als Boulderer mit ägyptischer Zehenform und normal breitem Fuß wurde uns seitens LOWA 0,5 – 1 kleiner als Straßenschuhgröße empfohlen. Bezogen auf die Fußlänge passte -1 perfekt. Weniger optimal gestaltete sich die relativ breite Ferse, die seitlich ziemlich voluminös ist. Griffiges Hooken – auch wegen den seitlichen Aussparungen – Fehlanzeige. Seitens LOWA wurde uns jedoch bei etlichen Topatlethen eine gute Fersenpassform rückgemeldet. Die Fußanatomie ist verschieden: „Normal breit ist eben nicht gleich normal breit“. Allgemein ist die Passform ansonsten wirklich gut. Die beiden Klettverschlüsse, die gekreuzt werden, sorgen für optimalen Halt und sind nicht zu lang. Klett und Futtermaterial sind einwandfrei und langlebig verarbeitet – so zumindest unser Eindruck nach der 12-wöchigen Testphase. Dass der Schuh eine Zehenkappe besitzt, sollte für eine „echte Boulderwaffe“ selbstverständlich sein. Hinzu kommt aber bei diesem Modell, dass es sich nicht um einen fremdkörperartigen Gummiaufsatz handelt, sondern um eine bestens eingearbeitete Zunge aus dünner XS-Grip Gummimischung. Diese ist wunderbar sensibel und gibt bei Toe-Hooks sofort Rückmeldung. Für die Sohle wählte LOWA ebenfalls die XS-Grip Gummimischung, die sich bereits längere Zeit auf dem Markt bewährt hat. Die Sohlenkonstruktion vom X-Boulder jedoch ist unseres Erachtens etwas steif, was in Kombination mit der recht breiten Spitze vor allem Probleme mit kleinen Tritten und Leisten im oberen Schwierigkeitsgrad bedeutete. Um diese sauber treten zu können, ist doch relativ viel Zehenkraft nötig, auch wenn eine speziell aus diesem Grund geformte Sohlenwölbung im vorderen Zehenbereich dabei unterstützt. In den unteren Schwierigkeitsgraden schlägt sich der Schuh gut, da dort eben auch weniger mit Hooken gearbeitet wird und die Tritte eine moderate Größe haben. Bezüglich des antibakteriell behandelten Innenfutters und der „Air-System-Lochung“, das den typischen Käsemauken-Gestank verhindern soll, konnten wir keinen Unterschied zu anderen Modellen ausmachen. Da Kletterschuhe den Fuß nun mal nahezu luftdicht umschließen, ist der entstehende Schweiß optimaler Nährboden für geruchsbildende Bakterien. Positiv zu erwähnen sind an dieser Stelle jedoch die geringen Abrieberscheinungen. Nach rund zehn Wochen intensiver Hallennutzung verzeichnen wir kaum Verschleiß. Der Schuh wirkt generell sehr robust, auch die Anziehschlaufen an der Ferse sind ordentlich fixiert.

Trotz der unseres Erachtens relativ harten Sohlenkonstruktion und der etwas ungewöhnlichen Ferse wird der X-Boulder vom deutschen Bouldermeister Stefan Danker, der aktuellen deutschen B-Jugend Meisterin Emilie Gerhardt, dem zweiten der männlichen A-Jugend Luis Gerhardt und Yannick Flohe, Drittplatzierter in der männlichen B-Jugend sehr erfolgreich geklettert. Die seitlichen Aussparungen, mit denen unsere Testerin nicht zurecht kam, sollen laut Krimmer für eine bessere Anpassung der Schuhferse an die Fersenform des Boulderers sorgen. Eine Konstruktion in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Volker Schöffl, Mannschaftsarzt der dt. Kletter-Nationalmannschaft, die Fußproblemen aufgrund zu enger Kletterschuhe vorbeugen soll. Das Gegenteil dazu wäre eine komplette „Gummi-Ferse“, in die der Boulderer seine Ferse hineinzwängen muss. Mit welcher Fersen-Konstruktion das Hooken besser funktioniert, hängt neben der Fußanatomie vom persönlichen Empfinden ab. Daher: ausprobieren. Da der X-Boulder im Test einen ziemlich bequemen Eindruck hinterließ, könnten wir uns durchaus auch einen Einsatz beim Klettern von Mehrseillängen vorstellen. Hierbei stören dann auch die Aussparungen nicht.

CEP Run Merino Socks

Beitragsbild CEP Merino Socks

Die CEP Kompressionsstrümpfe der deutschen Firma medi haben sich speziell im Laufsegment bereits seit einigen Jahren etabliert. Während die ersten Modelle aufgrund ihres sterilen, konservativen weiß/orangefarbenen Designs eher wie verschreibungspflichtige Gesundheitssocken aussahen, hat sich indes einiges getan. Anfang dieses Jahres überzeugte der Hersteller mit einem farblich modernisierten Produkt, den „Run Socks 2.0“, und wurde sogleich mit dem Red Dot Award 2014 ausgezeichnet. Für die Herbst-/Wintersaison brachte medi nun fünf neue Modelle mit Merinowollanteil auf den Markt. Eines davon sind die CEP Run Merino Socks, Kompressionsstrümpfe speziell für Trail-Runner, Skilangläufer, Skitourengeher und Ausdauersportler, die auch während der nasskalten Jahreszeit ihrem Hobby frönen.

Cep Merino RunNeben den altbewährten Vorteilen wie optimale Regenerations- und Leistungsfähigkeit durch den Kompressionseffekt sowie maximale Stabilität und Verletzungsprophylaxe, da der Laufapparat entsprechend gestützt und fixiert wird, kommt nun die Thermoregulation und der vor allem bei kühleren Temperaturen merklich erkennbare Feuchtigkeitstransport hinzu. Möglich macht es die Naturfaser Merino, die verarbeitet in Skiunterwäsche und Funktionsbekleidung bereits eine große Anhängerschaft gefunden hat. Während Merino lange Zeit nur im Lifestylebereich verarbeitet wurde, läuft die Naturfaser in den letzten Jahren im Bereich der Funktionsbekleidung den Synthetikfasern den Rang ab. Mit einer Stärke weit unterhalb der Kratzgrenze (27 Mikron), bietet sie zudem einem optimalen Tragekomfort. Die Strümpfe sind kuschelig weich, Hautirritationen blieben während des sechswöchigen Testzeitraums aus. Außerdem ist Merinowolle antibakteriell, neutralisiert unangenehme Gerüche und isoliert auch wunderbar. Skitourengeher können ihre CEPs über Nacht auslüften und am nächsten Tag noch einmal anziehen. Im Bereich des Trailrunnings müssen die Strümpfe nach einer feucht-matschigen Session meist ausgewaschen und getrocknet werden. Aufgrund des Materialmix’ sind sie jedoch am nächsten Tag schon wieder einsatzbereit. Das spart Platz in der Reisetasche und im Sockenfach.

Selbst in Verbindung mit Feuchtigkeit setzt die Naturfaser noch Wärme frei, während sie bei Hitze den Körper angenehm kühlt. Diese Reaktion auf die Veränderung der Körpertemperatur fiel während des Tests besonders auf, wir können stets von einer angenehmen Tragetemperatur berichten. Das Materialgemisch der Run Merino Socks besteht aus 55% Polyamid, 17% Merinowolle, 15% Elastan und 13% Polypropylen. Mit dieser Zusammensetzung werden die Eigenschaften der natürlichen Klimaregulation durch Merinofasern durch die positiven Eigenschaften von hochentwickelten Synthetik-Fasern ergänzt. Heraus kommt ein hochwertig verarbeitetes Hightech-Produkt, das neben exzellenter Haltbarkeit auch nach übelsten Matschlöchern und anschließendem mehrmaligen Maschinenwaschgang, in seiner Funktion nicht beeinträchtigt wird.

Die CEP Run Merino Socks sind wunderbar weiche (Funktions-)Strümpfe, die eigentlich viel zu schade sind, um sie nur während des Sports zu tragen. Das Tragegefühl ist himmlisch, die Eigenschaften des 17%igen Merinowollanteils fantastisch. medi trifft mit der Einführung einer Kompressionssocke mit Merinowollanteil den Nerv der Zeit und hat mit der Verarbeitung der Naturfaser gegenüber der Synthetikfaser zunehmend die Nase vorn. Ein nur schwer zu übertreffendes Produkt.