Mai 2016 archive

Laser 35 – ultraleichter Tourenrucksack vom britischen Spezialisten Terra Nova

Beitragsbild Laser 35

Ultraleichte Rucksäcke liegen voll im Trend. Ob Speed-Bergbegehungen, Mammutmärsche mit wenig Gepäck und Last oder als optionaler Zusatzrucksack – die Vorzüge des Grammjägers erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

Wir durften den Laser 35, ein Backpack mit 35l Fassungsvermögen, vom britischen Outdoor-Gear-Spezialisten Terra Nova Equipment testen. Das Multifunktionspack, wie es der Hersteller beschreibt, ist absolut minimalistisch ausgestattet und wiegt nachgewogen 421g. Das im Lieferumfang enthaltene Rückenpolster kann bei Bedarf entfernt werden, womit man nochmals 37g spart. Er ist wahlweise in den Farben Schwarz und Neongelb erhältlich.

Der Rucksack besitzt ein großes Hauptfach, welches dank eines Komplettreißverschlusses vollständig eingesehen werden kann. Langes Suchen nach jenen Ausrüstungsgegenständen, die sich erfahrungsgemäß in diesen Fällen ganz unten befinden, ist damit ausgeschlossen. Ein dünnes Mesh-Innenfach macht das Einsetzen einer Trinkblase möProduktbild Laser 35glich. An die entsprechenden Vorrichtungen und Aussparungen hat Terra Nova ebenfalls gedacht – klasse! Weitere Innenaufteilungen besitzt der Rucksack nicht. Stattdessen finden wir auf der Außenseite einige wertvolle Details und interessante Features für den Bergsport. So befinden sich an den Seiten jeweils eine Einschubtasche, die mittels eigenem Kordelzug dem Volumen des Inhalts angepasst werden kann. Eine kleine Zip-Tasche bietet Platz für Schlüssel, Lippenpflege und Energieriegel. Mehrere Daisey-Chains zum Einhängen von Karabinern sowie Schlaufen verschiedener Größen komplementieren die Ausstattung und stehen ausrüstungstechnisch anderen Rucksäcken, auch solchen, die nicht unbedingt im Ultraleicht-Bereich anzusiedeln sind, in nichts nach. Lediglich bei Regenwetter tut sich der Laser 35 schwer. Trotz wasserfester Reißverschlüsse ist er bereits nach kurzer Zeit durchnässt.

Entsprechende Abstriche, welche jedoch generell im Bereich der Ultraleichtrucksäcke hinzunehmen sind, werden im Rückenbereich und bei den Schultergurten sichtbar. Selbst mit Rückenpolster ist der Rucksack nur wenig formstabil. Die Rückenplatte liegt ohne erhöhte Belüftungselemente unmittelbar auf, sodass man bei anstrengenden Aufstiegen mangels optimaler Luftzirkulation einen feuchten Rücken bekommt. Um den Tragekomfort zu erhöhen, wurden die Innenseiten der Schultergurte sowie Teile des Rückens mit atmungsaktivem, perforiertem Mesh-Material ausgestattet. Darüber hinaus besitzt der Laser 35 einen Brustgurt sowie einen Hüftgurt mit zwei weiteren Zip-Taschen. Leider sind die Hüftflossen nicht abnehmbar, sonst hätte man auch hier noch das ein oder andere Gramm sparen können. Bei Touren mit sehr leichtem Gepäck sind diese nicht unbedingt nötig.

Die Anpassung des Gesamtvolumens erfolgt durch einen zentralen Kordelzug, der an den Seiten des Rucksacks verläuft. Er sorgt für optimale Lastenverteilung und reguliert das Packvolumen. Aufgrund des dünnen Materials funktioniert das hervorragend, „überschüssiges“ Material wird einfach zusammengefaltet. Außerdem kann eine dünne Windjacke mit der Kordel platziert werden. Eine verstärkte Bodenpartie sorgt für zusätzliche Strapazierfähigkeit. Zwei kleine Reflektorstreifen im unteren Drittel sind sinnvoll, dürften jedoch etwas großzügiger ausfallen. Auch laufen die Reißverschlüsse nicht immer reibungslos.

Trotz des geringen Gewichts und der minimalischen Ausstattung, ist der Laser 35 überaus durchdacht. Strapazierfähige Materialien und für den Bergsport sinnvolle Details sorgen ausrüstungstechnisch für einen gelungenen Tag in der Natur – vorausgesetzt es bleibt trocken.