TORA RAIN JACKET von Tretorn

Das schwedische Unternehmen Tretorn mit Sitz in Helsingborg/Schweden unmittelbar an der Küste, kennt sich mit schlechtem Wetter aus. Durch die Lage Helsingborgs am Öresund herrscht in der Stadt ein kühlgemäßigtes Klima mit ordentlich Niederschlag. Seit 1891 produziert das Traditionsunternehmen, das mittlerweile zur renommierten Kering-Group gehört, neben Tennisbällen auch Regenbekleidung und Nässeschutz.

„Redo för hösten!“ – „Bereit für den Herbst!“ So begrüßt Tretorn derzeit seine Website-Besucher. Während viele Wanderer und Spaziergänger den Herbst mit seiner Vielfalt an bunten Blättern lieben, löst diese Jahreszeit mit ihren wechselhaften „feuchtfröhlichen“ Witterungsverhältnissen bei anderen eher Unbehagen und „kalte“ Schauer aus. Ein brauchbarer Nässeschutz ist daher unerlässlich. In unserem 8-wöchigen Praxistest nahmen wir das Modell TORA RAIN JACKET, ein schlichter aber schicker Regenparka im Friesen-Look, genauer unter die Lupe.

Tretorn ProduktbildTORA besteht zu 80% aus Polyester und zu 20% aus dem textilen, elastischen Faserstoff Polyurethan (PU), der als Außenmaterial verwendet wird. Dieser ist zu 100% wasser- und windabweichend und wird auch für die Herstellung hochwertiger Gummistiefel verwendet. Anders als die Funktionsmaterialien GoreTex, Sympathex oder Polartec ist PU jedoch nicht atmungsaktiv. Der Rumpfbereich der Jacke ist innen mit anschmiegsamem Polyester ausgekleidet, ein eingenähtes Baumwolllabel mit der Unternehmensgeschichte des Kultlabels zeigt, dass man mächtig stolz auf sein Erbe ist. Designtechnisch ist der Parka eher schlicht, ohne viel Schnickschnack, ohne ein von weitem ins Auge stechendes Firmenlogo. Der skandinavische Touch ist dennoch unverkennbar, aber angenehm dezent. So wurde auf Brusthöhe ein schlichtes Tretorn Logo eingestanzt, Knöpfe und Ösen sind ebenfalls mit den sieben Druckbuchstaben des Firmenschriftzugs versehen.

Der Regenparka wird mittels Reißverschluss geschlossen, an dessen Ende eine breite Zipper-Öse angebracht ist. Damit lässt er sich sogar problemlos mit Handschuhen bedienen. Die Verschlusstechnik funktioniert einwandfrei. Um zu verhindern, dass Wasser ins Innere läuft, befindet sich über dem Reißverschluss eine Abdeckleiste. Die darauf angebrachten, metallfarbenen Druckknöpfe stabilisieren die Passform und sorgen für eine „saubere“ Optik. Auf Hüfthöhe befinden sich seitlich jeweils eine Außentasche, die per Druckknopf geschlossen wird. Um vor eindringendem Wasser zu schützen, wird auch hier mit einer Abdeckleiste gearbeitet. Im Praxistest erfüllten die Abdeckleisten ihre Aufgabe, das Eindringen von Wasser wurde verhindert, wenngleich die Fronttaschen nicht allzu groß sind. Taschentücher und Smartphone finden Platz, für einen (meist etwas größeren) Damengeldbeutel wird es allerdings kritisch. Auch befinden sich innen keine weiteren Taschen mehr. Eine Beschränkung auf das Notwendigste ist daher nötig. Ein mit Zipper verstellbarem Bundabschluss rundet die Passformmodifizierung ab.

Auch an den Armbündchen wurde mit Druckknöpfen gearbeitet. Hier gibt es zwei Verstell-Möglichkeiten: relativ weit oder sehr eng. Trägerinnen mit schmalen Handgelenken passt die enge Einstellung, jedoch wird sie den meisten zu knapp sein. In diesem Fall ist auf die relativ weite Einstellung zurück zu greifen. Dank ungefütterter Armpartien kann sich die Nässe jedoch nicht in die Richtung Rumpf und Kragen ausbreiten. Besonders durchdacht zeigt sich die Kapuzenkonstruktion. Die Kopfbedeckung lässt sich durch eine Kordel verstellen, wobei vor dem Kordelsaum ein fester Wetterschutz angebracht ist. Dieser rund 3cm breite Kapuzenschirm hängt nicht im Gesicht (da die Einstellung der Kapuzenteile nicht daran gekoppelt ist) und trägt sich somit sehr angenehm. Die Jacke wirkt strapazierfähig und trotzt selbst stärkstem Regen. Da sie kein Innenfutter besitzt, lässt sie sich prima über anderen Kleidungsstücken tragen. Dass darunter noch ein isolierendes Kleidungsstück getragen wird, wurde bei der Größenangabe bereits berücksichtigt. Der Regenparka fällt regulär aus und ist nicht tailliert. Passend dazu ist die TORA Regenhose erhältlich. Beide Produkte sind bei 40°C waschmaschinengeeignet.

Das Modell wiegt in Größe M ganze 587g, also nicht gerade ein Grammjäger. Auch kann man nicht unbedingt von einem kleinen Packmaß sprechen; einfach mal so in die Handtasche stopfen wird schwierig. Das Material ist steif, hochwertige Applikationen wie Metallknöpfe und der breite Reißverschluss nehmen einiges an Platz in Anspruch. Somit ist das Einsatzgebiet der TORA RAIN JACKET ziemlich eindeutig auf den Lifestyle-Bereich festgelegt, wobei sie auch bei kleinen Ausflügen im kühlen Nass überzeugte. Schnitt, Haptik und Verarbeitung sind mustergültig, in der Farbe Gelb (Spectra yellow) gewährleistet der Regenparka außerdem bei der dunklen Jahreszeit ein Stück weit mehr Sicherheit. Besonders das unaufdringliche Design mit urbanem skandinavischen Touch hat uns sehr gut gefallen.

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